Inflation gefährdet den Mittelstand

„Die Inflation ist gekommen, um zu bleiben.“ Diesen Satz möchte keiner hören, doch entspricht er leider der Realität. Wir merken es beim Tanken, im Supermarkt – alles wird teurer. Zurzeit gibt es vermehrt Forderungen nach Lohnerhöhungen von verschiedenen Arbeitnehmerverbänden. Der Ruf nach höheren Löhnen ist natürlich nachvollziehbar. Doch was bedeutet das konkret? Auch für Arbeitgeber steigt der Kostendruck durch die Verteuerung von Energie und dem Wegbrechen von Lieferketten. Eine Lohnerhöhung führt dazu, dass die Kosten an den Endverbraucher weitergegeben werden. D. h. die Lohnerhöhung für Arbeitnehmer verpufft. Dies hätte eine Lohn-Preis-Spirale zur Folge, die zu einer immer höheren Inflation führt. Viele kleine- und mittelständische Unternehmen haben es gerade so durch die Corona-Krise geschafft, haben ihre Rücklagen aufgebraucht, und schlittern nun unverschuldet in die nächste Krise, die ihre Existenz kosten könnte. Wir erleben hier eine enorme Gefährdung des Mittelstandes mit einem potentiellen Wegfall von vielen Arbeitsplätzen.
Die Politik muss schnell, unbürokratisch und langfristig eingreifen, Entlastungspakete schnüren, die wirklich etwas bringen und kein Tropfen auf dem heißen Stein sind. Geringverdiener müssen natürlich unterstützt werden, doch ein sprunghafter Anstieg des Mindestlohnes auf 12 €, von Bundesarbeitsminister Heil ohne Verständigung mit der Mindestlohnkommission beschlossen, sorgt zusätzlich für Druck bei vielen kleinen Unternehmen.

Liliana Gatterer, Präsidentin des Bund der Selbständigen Deutschland e.V.