BDS trifft Politik in Berlin

Der BDS Deutschland hat sich am 23. Juni in Berlin mit der Bundespolitik getroffen, um die Anliegen und Sorgen der Selbständigen an die Abgeordneten des Bundestages, Frau Schimke (CDU) und Herrn Grosse-Brömer (CDU) heranzutragen.

Aktuelle Herausforderungen der Klein- und Mittelständler standen bei dem Gespräch mit Frau Schimke, Ausschussvorsitzende für Touristik und stellvertretende Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der CDU/CSU, im Fokus.

Mit dem Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses des Bundestages, Herrn Grosse-Brömer, konnten wir über die derzeitige wirtschaftliche Lage der kleinen und mittelständischen Unternehmen sprechen. Die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und die Folgen des Ukraine-Konflikts für die Selbständigen waren die dominierenden Themen.

„Wir freuen uns auf weitere Gespräche mit Frau Schimke und Herrn Grosse-Brömer, um die Belange der Selbständigen nicht aus den Augen zu verlieren“, so Liliana Gatterer, Präsidentin vom Bund der Selbständigen Deutschland e.V.

Foto: BDS

Fachlicher Austausch im Bundestag

Eine Delegation des BDS Deutschland traf sich zum fachlichen Austausch mit Klaus Ernst MdB, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Klimaschutz und Energie.

Aus dem BDS Deutschland nahmen an dem Gespräch teil: die Präsidentin Liliana Gatterer, der neue Generalsekretär Andreas Keck sowie Tom Wildensee, Sprecher des Bundesarbeitskreises Fachkräftemangel.
Zum Einstieg betonte die Präsidentin die Bedeutung von Selbständigkeit und eigenverantwortlichem Unternehmertum für unseren Wohlstand und Millionen stabiler Arbeitsplätze. Allerdings gefährden aktuelle Entwicklungen die wirtschaftliche Basis für den Mittelstand. „Die steigenden Energiekosten belasten nicht nur private Verbraucher, sondern gefährden zusätzlich auch deren Arbeitsplätze“, verdeutlichte der neue Generalsekretär die Situation. „Etliche Betriebe denken über Betriebsverlagerungen ins Ausland nach, wo die Energiekosten teilweise günstiger sind. Die hohen Stromkosten sind auch Gift für den digitalen Wandel – grosse Rechenzentren entstehen überall in der Welt, nur nicht in Deutschland.“ so Keck weiter. Auf die Rückfrage von Klaus Ernst, welche Lösung der BDS Deutschland hier vorschlage, antwortete Liliana Gatterer: „Befreit uns Unternehmerinnen und Unternehmer von Bürokratie und lasst uns machen. Viele Unternehmen würden gerne Massnahmen zur Gewinnung regenerativer Energien ergreifen und autarker werden. Viele Gründer haben grossartige Ideen, werden aber zu oft ausgebremst von langwierigen Genehmigungsprozessen, ausufernden Ausschreibungen oder auch mangelndem Risikokapital.“
Mehr Personal in den Verwaltungen sei nicht die Lösung des Problems, vielmehr die Abschaffung oder Verschlankung bürokratischer Prozesse und deutlich mehr Digitalisierung, konterte Andreas Keck die Forderung von Klaus Ernst, dass man mehr personell aufrüsten müsse, um Bürokratie zu bekämpfen.
Einig war man sich, dass die Energieversorgung nicht national gelöst werden kann. Hier braucht es europäische oder auch internationale Lösungen wie z. B. Desertec. Hier dürfe die Bundesregierung auch gerne stärker interessensgeleitet arbeiten, betonte Klaus Ernst. Auch sollten Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe stärker in den Fokus genommen werden.
Ein weiteres Problem ist der Fachkräftemangel, insbesondere im Handwerk. „Wir brauchen eine gesellschaftliche Aufwertung des handwerklichen Berufe. Eine Lehre oder die Fortbildung zum Meister darf nicht „minderwertiger“ sein als eine akademische Karriere. Die Wiedereinführung des Meisterzwangs für verschiedene Berufe darf kein Tabu sein und der Meisterbrief sollte nicht teurer sein als ein Masterabschluss“, fordert Tom Wildensee, der selbst als Physiotherapeut tätig ist.
Zum Abschluss des zweistündigen Gesprächs war man sich einig, dass die Zeit viel zu kurz war und der Austausch unbedingt fortgesetzt werden soll.

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