Kleine und mittelständische Unternehmen am Rand der Aufgabe

Die Energiekrise betrifft jeden von uns, ob Privatperson oder Wirtschaft. Doch während Großbetriebe unterstützt werden, wurde gerade der Klein- und Mittelstand alleine gelassen – wieder einmal. Es scheint, als ob Handwerksbetriebe wie Bäckereien, Fleischer, Metallbauer, Tischler, Friseure oder Textilreiniger, um nur einige der energieintensiven Betriebe zu nennen, doch nicht so systemrelevant sind. Erst spät und nach massivem Druck kam Bundeswirtschaftsminister Habeck auf den Gedanken auch diese zu unterstützen. Ein Bäcker, dessen Gasrechnung um das 10fache steigt, kann die Mehrkosten schließlich nicht an die Kunden abtreten, die sich selbst einschränken. Auch der Bund der Selbständigen hat das bereits angeprangert. Es schien, als wenn die Politik sich der Gefahr einer großen Insolvenz-, bzw. Aufgabewelle gar nicht bewusst war und nun langsam in Bewegung kommt, um auch die klein- und mittelständischen Betriebe unter einen Rettungsschirm zu stellen und ebenfalls für diese das Energiekostendämpfungsprogramm zu öffnen.

„Leider geschieht die Unterstützung viel zu spät. Längst hätte man reagieren müssen. Nun muss wieder schnell mit heißer Nadel gestrickt werden, um ein wenig Entlastung zu bringen, die aber wahrscheinlich nicht ausreichen wird oder vielleicht zu spät kommt. Viele Betriebe, auch über Generationen betriebenes Traditionshandwerk, stehen jetzt schon vor ihrer Geschäftsaufgabe, da die Energiekosten ihnen die Betriebsgrundlage wegfressen. Mit einer Geschäftsaufgabe verschwinden auch die Arbeitsplätze, Arbeitskräfte werden dann nicht mehr gebraucht. Jetzt könnte man sagen, wir haben eh einen Fachkräftemangel. Das wäre aber ziemlich böse und viel zu kurzfristig gedacht, da wir auf die klein- und mittelständischen Betriebe angewiesen sind. Denn sie sind definitiv systemrelevant!“, so Liliana Gatterer, Präsidentin vom Bund der Selbständigen Deutschland e.V.